Pro-Team Mohrenwirt

"Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen"

Kathis Zusammenfassung ihrer letzten Rennen

Laufstrecke Kathi Wolff

Die ersten sportlichen Höhepunkte liegen nach dem Ironman 70.3 Kraichgau und der Challenge Heilbronn hinter mir.
Begonnen hat meine Saison allerdings schon etwas früher und zwar mit dem Start in der ersten Triathlon Bundesliga für die Mädels vom Team MRRC München. Auch das war für mich eine völlig neue Erfahrung, die gleichzeitig viel Spaß und Schwung in meine Form brachte.
Eine Woche vor meinem Rennen in Kraichgau erfolgte dann ein kurzer Form- und Materialtest auf der olympischen Distanz in Viernheim. Leider habe ich hier schon im Wasser den Anschluss an die Spitze verpasst und hing sowohl beim Radfahren, als auch beim Laufen in einer Lücke, die ich nicht mehr schließen konnte. Jedoch stimmte mich meine Leistung in Hinblick auf die darauf folgenden Mitteldistanzen positiv.
Eine Woche später war es dann soweit: Der Ironman 70.3 Kraichgau stand an. Natürlich waren meine eigenen Erwartungen hoch, schließlich hatte ich eine super Vorbereitung und so viele Kilometer in den Armen und Beinen wie noch nie zuvor. Mit gemischten Gefühlen ging ich an den Start. Zum einen sollten mir meine Leistungen im Training Selbstbewusstsein geben, zum anderen begleiteten mich aber auch Zweifel: Schaff ich es meine Leistung im Rennen abzurufen? Habe ich meine Erwartungen doch zu hoch gesetzt? Kann ich meinen Kopf nicht einfach mal ausschalten?
Nachdem der Startschuss gefallen war, erwischte ich sehr bald „schnelle Beine“ vor mir im Wasser und stieg im vorderen Feld mit aus dem Hardtsee. Auch auf dem Rad fühlte ich mich zunächst wohl und konnte einige zuvor gestarteten Profi-Damen einholen, sodass ich bis ca. Kilometer 40 auf Gesamtrang 8 der Frauen lag. Mein „Höhenflug“ wurde allerdings durch die Unsportlichkeit einiger Mitstreiterinnen gedämpft, die das Windschattenverbot nicht ganz so ernst nahmen. Ein ganzer Pulk von Männern und einigen Frauen im Schlepptau fuhr an mir vorbei. Ziemlich demotiviert und wütend versuchte ich den Sichtkontakt zu halten, um den Abstand nicht allzu groß werden zu lassen. Sichtkontakt bedeutete allerdings gleichzeitig, sehen zu müssen wie das „Gelutsche“ fröhlich weitergeführt wurde. Für solche gemogelten Leistungen habe ich keinerlei Respekt und sie nehmen den fairen Sportlern den Spaß und die Lust an diesem Format von Triathlonwettkämpfen.
Der anschließende Wechsel vom Radfahren aufs Laufen fiel mir ungewöhnlich schwer. Ich kämpfte um jeden Schritt, aber konnte mein Tempo leider nicht halten. Auch meine Waden machten ab Kilometer 15 schlapp und krampften zunehmend. Geradeso konnte ich einen 10. Gesamtplatz bei den Damen ins Ziel retten.
Eine solche Platzierung bei diesem hoch besetzten Rennen sollte mich eigentlich zufriedenstellen, jedoch blieb die Enttäuschung über meine verpatzte Laufleistung – meine eigentliche Stärke. Auch auf dem Rad hatte ich etwas mehr erwartet.
Zwei Wochen später bei meinem absoluten Lieblingsrennen, meinem Heimrennen der Challenge Heilbronn, wollte ich das besser machen.
Also ging es zunächst an die „Problemanalyse“. Fazit: kleine Korrekturen der Sitzposition auf dem Rad (an dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön an Utz Brenner von steps4), Umstellung der Wettkampfernährung und ein Wechsel auf einen stabileren Laufschuh (DS-Trainer 20).
Mit diesen Veränderungen ging ich am vergangenen Wochenende hochnervös in das Rennen und es funktionierte. Zwar fühlte ich mich im Wasser nicht ganz so wohl und auch auf dem Rad gab es den ein oder anderen Durchhänger, allerdings beendete ich den Wettkampf ohne Krämpfe und mit dem guten Gefühl, mein Bestes gegeben zu haben. Dies lag nicht zuletzt an der super Stimmung und den vielen persönlichen Fans an der Strecke. Ich hoffe, dass ich dieses positive Gefühl mit in die nächsten großen Rennen nehmen kann.

Am Sonntag steht schon der nächste Wettkampf im Kalender – 1. Bundesliga in Düsseldorf. Doch wie erkläre ich das meinen Beinen nur? ;)

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